Ein ganz normaler Bügelmarathon

 

Irgendwie schaffe ich es immer, meinen Bügelkorb riesig werden  zulassen. Na gut , denk ich bei mir, packen wir es an! Irgendwie ist mir dabei entgangen, dass ich ja ein kleines Monsterchen genannt Hummel mein eigen nenne.

Spätestens als sie die grüne Tischdecke ,wie von Geisterhand ,sich von meinem Bügelbrett bewegt, fällt es mir wieder auf.

Mit einem schrägen Blick auf mein erstauntes Gesicht, flitzt Hummel blitzartig in den Hof ( ok, den ich zum Glück mal gerade eben nicht unter Wasser gesetzt habe) Die wilde Jagd ist eröffnet, Frauchen schnauft dank Schnupfen, wie eine Dampflock hinterher …. Bis ich bemerke , dass die Decke mal grün war. Eine Regenpfütze , recht riesig , hat wohl den Weg von Hummel gekreuzt.  Nun kann ich ja langsamer machen, jetzt geht es nur noch ums Prinzip.

Um ein Bügelteil erleichtert, Tausch Decke gegen Spielaffen erfolgreich beendet , begebe ich mich wieder an die ungeliebte Arbeit.

Es flutscht bis mir auffällt, huch hier ist es so still, Gedanken die man aus Urzeiten kennt, als die beiden Söhne noch klein waren: Ruhe=Blödsinn!

Also Bügeleisen abstellen, Untierchen suchen! Völlig unschuldig rupft sie geduldig im Hof die Pflanzkästen mit den wunderschönen großen Hortensien. Ok, ich probier es mal mit „NEIN“ ein unschuldiger Augenaufschlag, Hortensie quer im Mäulchen, guckt mich Hummelchen fragend an „ äh wie jetzt, was war nochmal NEIN?

 

Na gut, ich mag ja weiterbügeln, probieren wir es mal „nonaversiv“ mit Tauschen . Heimisches Schweineohr aus der Tonne geklaubt , Hummel zuckersüß angelockt und siehe da die Hortensien liegen zwar geköpft aber immerhin nicht mehr im reizenden Maul des kleinen Ungeheuers. Begeistert knatschend trabt sie mit mir in den Hauswirtschaftsraum und lässt sich unter dem Bügelbrett nieder. Hach, weiter geht’s im Text.

Während ich noch über diese „Erziehungsmaßnahme“ nachgrübele, hat sich das gefleckte Luder schon wieder abgeseilt. Ich höre die Wassereimer im Hof scheppern und bin beruhigt, der ganz normale Hummelwahnsinn „ wie leere ich blitzartig 3-4 große Wassereimer“ offensichtlich erfolgreich. Mir schnuppe, ich bügle tapfer weiter!

Plötzlich wieder diese unheimliche Stille, hektisch muss ich nachschauen. Und wirklich, dieses Rabenaas liegt doch seelig mit meinen besten Outdoorschuhen auf der Aussenmatte und leckt sie zum Glück gerade noch ab ( bevor sie zum Vernichten übergeht!!)

Mein Schrei NNNEEEIIIINNN ist deutlich nicht mehr nonaversiv sondern eindeutig wütend ( verdammt die Schuhe waren teuer)

Völlig verdattert lässt die Kleine den Schuh fallen und wendet sich beleidigt ab. Prima Methode, Schuh blitzartig gerettet und zu den vielen anderen auf den Schrank gestellt ( mittlerweile alles über 1,50 Meter!!) Ein  Hoch der aversiven , ach so grausamen Methode und dafür sieht das Fleckenwunder noch nicht mal sonderlich betrübt oder gar fürs Leben gezeichnet aus. Nein, sie schreitet gerade zu neuen Abenteuern.

Um jetzt nicht den geneigten Leser zu langweilen, das Bügeln erstreckte sich , statt 1 Stunde, über 2 Stunden. Auf der Strecke geblieben sind letztendlich außer meinen Nerven, meine Regenmütze, ein Rolle Klopapier, die besagten Hortensien, einige Zweige von den Lavendelbüschen, 2 Schweineohren ( sie waren ja auch ihr!) 2 unterschiedliche Strümpfe und der Labrador-Opi, der etwas zerpflückt aussah, er hatte sich nicht schnell genug retten können.

Und jetzt bin ich fertig, zugegeben Hummel auch, deswegen kann ich das ja auch petzten- sie schläft friedlich, als könne sie kein Wässerchen trüben und alle, echt wirklich alle schleichen auf Zehenspitzen durch das Haus um diesen heilsamen Schlaf nur ja nicht zu stören.

 

Aaaber wir lieben unsere kleine Hummel echt!!!