Ein ganz normaler Tag im „Hummelleben“

 

 Wie immer um 5 Uhr 30 weckt mich mein Handywecker mit Sirenengebrüll- ausstellen, rumdrehen „nur noch 10 Minütchen“ denken und dann höre ich es schon…dieses Gähnen mit dem langgezogenen nervend intensiven Quitschton: Hummel- wer sonst hat die Fähigkeit im Null Komma Garnix wach zu sein! Eine sinnlose Anreihung von Befehlen kommt mir über die Lippen: Nein,Sitz, Korb , aus und klaro- ich werde immer wacher. Hummel trollt sich in ihr Iglu und probiert es mal mit jämmerlichen Fipsen.

Eisern Ohren zuklappend drehe ich mich auf die andere Seite, der Handywecker geht auf Vollangriff mit gruseligem Glockengeläut 5Uhr45, ok , ich gebe auf und quäle mich aus der warmen , weichen Bettumarmung. Begeistert spritzt Hummel hoch, neiiiiiiin, Korb!!! Es klappt, sie wartet wie eine angespannte Feder in ihrem Iglu, während 2 total liebe Rüden vorsichtig ihrerseits aus ihren Iglus blinzeln.

Motte , das fast identische Spiegelbild ( ausser der Farbe ) von Hummel schießt mit Hummel  an die Haustür, 2 gelassene Rüden folgen und irgendwann auch ich.

Tür auf und der erste „Wo ist die Katze“ Lauf startet. Ah gut , sie war nicht da ( kluge Katze) alles trollt sich in den Hundegarten zum ersten „Wasserlassen“

Jetzt Raketenstart von Hummel , allen voran, zum Fressenfassen!

Endlich Ruhe, sogar Hummel hält einen Verdauungsschlaf, der wenn man Glück hat , anhält bis zum 1. Spaziergang- das Frühstück ist gerettet ( für Menschen)

Spätestens wenn Hummel nervig antrabt, Hände auffordernd anknabbert, gähnt  , alle ihre Mitstreiter unsanft aus ihrem Morgenschlaf „spielt“ ist mir klar- Madam Hummel möchte jetzt Spazierengehen. Disziplin ist alles, sage ich mir, ignoriere „gekonnt“ ihre Aufforderungen und schicke sie energisch wieder auf ihren Platz ( klappt auch immer öfter-zwinker) .

Die Ruhe hält sogar an, bis ich mich zur Garderobe begebe- da hält Hummel nix mehr, wie ein Blitz schießt sie in den Hauswirtschaftsraum auf ihren Platz ( wo angeleint wird!) selbstredend folgen dem kleinen Weib alle anderen Mitstreiter und verteilen sich , ach so brav , auf ihre Plätze : einmal, nee viermal anleinen bitte!

Kurze Kontrolle, alle angeleint, Pfeife, Leckerli, Handschuhe, Mütze und Fotoapparat , alles ok, es kann losgehen.

Wieder wird mir klar, warum Hund hinter dem Menschen gehen sollen ! Schmaler Gang zur Ausgangstür- normalerweise gehen die 3 Großen auch brav hinter mir-tja außer wenn Hummel es mal wieder nicht einsieht!

Dann versucht jeder so sein Ding zu machen , sich am fluchenden Fraule vorbei zu quetschen , allen voran natürlich die Hummel-Hexe- das kann länger dauern. Also alles wieder auf Null , wir versuchen es erneut, irgendwann wird das ja mal klappen!

Auf diese Weise „schwappen“ wir dann zu 5. Die Tür hinaus.

Einsteigen ins gelbe Doggenmobil ist schon einfacher- Absitzen , warten auf Befehl einzeln einsteigen klappt sogar ( fast) bei Hummeline!

Klaro Hummel kann sofort freilaufen, wenn, ja wenn das Aussteigen auch gesittet erfolgt ( erneut gehen 10 Minuten eisernes Training ins Land)

Bis ich den Horizont scannen kann – Rehe, Wildschweine, Hasen, Rebhühner oder Herr Fuchs ( kann natürlich auch Frau Fuchs sein) bleiben die Großen angeleint. Zur Erklärung, Motte ist eine eingefleischte Jägerin und im Freilauf mit Vorsicht zu geniessen.Alle anderen sind absolut abrufbar , auch bei Wild! Sogar unser Hexlein ist von Reh-Hase und Co nachweisbar abrufbar ( Huuuuurrraaaa)

Außer an Sonntagen sind die Spaziergänge eigentlich recht easy, die Traktorfahrer kennen uns schon ( und die Hunde sie ) einsame Jogger mässigen ihren Lauf uns zu liebe ( ein großes Dankeschön dafür) und ansonsten sind wir fast unbehelligt.

Tja, bis auf die beginnende Frühlingszeit, da entdecken die französischen Streitkräfte neue tolle Übungsplätze für ihre Hubschraubereinsätze. Der Tiefflug von diesen riesen Hummeln veranlasst mich auch heute die Hundemeute an die Leine zu nehmen.

Böse Falle, die im Freilauf absolut super hörende Hummel, sieht die Beschränkung ihrer Freiheit absolut gar nicht ein. Das hat zur Folge, dass ihr liebendes Fraule zum Ben –Hur mutiert und die ersten angeleinten 10 Meter eisern hinter den 4 galoppierenden Minipferden herfliegt. Leider finden nämlich die restlichen 3 Hundekumpels es völlig normal sich Hummel anzupassen. Sie werden eines besseren belehrt und folglich versucht nur die verrückte Nudel , den Schritt vom Fraule deutlich zu beschleunigen. Zähneknirschend erkennt Fraule wieder einmal, dass sie dem Hummelkind viel zu viele Freiheiten lässt und beschließt zum 1000.ten mal, dieses jetzt sofort zu ändern.

Na gut, nach weiteren 10 Minuten sieht auch Hummel ein, dass Frauchen nicht mit sich reden lässt und mäßigt etwas ihr Tempo , abgesehen von den 200 Mauselöchern , die mit abruptem Stopp untersucht werden müssen, wird es jetzt „fast“ zum ordentlichen „An der Leine gehen“ !

Nach einer Stunde wieder am Doggenvehikel, sittsamer Einstieg ( aha die Hunde sind ausgelastet) fahren wir fröhlich nachhause.

Wenn man jetzt annimmt Hummel sei müde, liegt man daneben, spätestens bei der nächsten intensiven Arbeit, der sich Frauchen widmen möchte, fällt die absolute Ruhe auf. Seit meinen Kindern , macht es mich stutzig und aufmerksam. Also Hummel suchen ! Kaum sieht mich die gefleckte Komikerin, düst sie blitzartig zum Herrchen und ich begebe mich auf die Suche. Fündig wurde ich heute sehr schnell- meine Stiefel, waren das Objekt ihrer Langweile . Gut , sie sind von Erdbrocken gereinigt ( Hummel schmecken die besonders gut , andere benutzen Heilerde , so what) dafür fehlt ihnen nur ein bissel vom wärmenden Innenfell , auch das scheint gut zu schmecken!

Weiter im Text- ich mag eine alte Gartenbank renovieren und lege mir mal alles draußen zurecht .

Im Augenwinkel sehe ich das Hummeltier und ahne Böses. Na sicher, sie hat die Einmalhandschuhe stibitzt, ich muss jetzt nicht erwähnen, dass man sie nur noch als Sieb benutzen könnte ?!